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Interview mit dem neuen Leiter Logistik

Christoph Lang hatte bisher bei Connect Com selten eine ruhige Minute. Kurz nach seinem Arbeitsbeginn als Mitarbeiter Logistik im Januar 2020 wurde er in das Projekt «neues Warehouse Management System» (WMS) integriert. Es folgte der Umzug nach Rothenburg, an dem das Team in der Logistik massgeblich beteiligt war. Die zeitgleiche Umstellung auf das neue WMS brachte wesentliche Prozessanpassungen mit sich, die Christoph eng begleiten durfte. Seit 1. Mai 2022 ist er nun als Leiter Logistik bei der Connect Com AG tätig. Gründe gibt es also genug für ein Interview mit Ihm! Sein klingelndes Telefon muss er regelmässig ignorieren, währenddem wir unser Gespräch durchführen. Christoph, von welchen Dimensionen sprechen wir, wenn wir über die hauseigene Logistik reden?
An dieser Stelle nenne ich gerne ein paar Zahlen. Wir haben rund 5200 Lagerartikel, 1583 Palettenplätze, verteilt auf 3000m2 Fläche. Wir versenden ca. 250 Pakete und 40 Stückgut-Einheiten pro Woche. Täglich entladen ca. fünf Lastwagen Waren auf unseren Rampen, zusätzlich zählen wir täglich etwa fünf Anlieferungen von Paketlieferanten.

Was unterscheidet Connect Com von den Mitbewerbern in der Schweiz und was hat die Logistik damit zu tun?
Speziell ist sicherlich unsere Kabellogistik. Wir haben drei Ablängemaschinen in Betrieb, wovon zwei in der Logistik stehen. So können wir Kabel auf die gewünschte Länge zuschneiden und auf eine passende Bobine umspulen. Die Kabel werden dann in den meisten Fällen in unserer Produktion – einen Stock weiter oben – konfektioniert.

Durch das Hochregallager mit den hohen Lagerkapazitäten können wir gegenüber unseren Kunden gute Verfügbarkeiten gewährleisten. Seitdem wir in Rothenburg ansässig sind, haben wir ein zentrales Lager und kurze Wege. Dies ermöglicht es uns, Bestellungen von Lagerartikeln am selben Tag auszuliefern, sofern dies der Kunde wünscht.

Der Umzug nach Rothenburg vor 1.5 Jahren brachte einige Änderungen mit sich. Wie hat sich das auf deinen Job ausgewirkt?
Die Einführung des Warenmanagementsystems brachte die Umstellung von Papier auf Scanner und Tablets mit sich. Dies war nicht die einzige Prozessumstellung: auch die Übergabe der Halbfabrikate in unsere Produktion funktioniert seither anders. Dies erforderte einige Zeit, bis der Ablauf wieder eingespielt war.

Im Gegensatz zu früher ist keine Stichtagsinventur mehr nötig. Heute inventieren wir auf drei Arten; die Null Durchgangsinventur, die Restmengendurchlaufsinventur und die rollende Inventur. Letzteres ist manuell gesteuert, die anderen beiden werden bei Erreichen des definierten Mindestbestands direkt vom System angestossen. Beim nächsten Kommissionieren zählt der Mitarbeiter den effektiven Bestand und bestätigt diesen im System.

Grosse Änderungen erfuhren wir mit der Umstellung auf ein Zentrallager. Die extern zugemieteten Lagerflächen sowie unser Aussenlager konnten mit dem Umzug aufgelöst werden. Die Zentralisierung spart Kosten, administrativen Aufwand und ermöglicht kürzere Reaktionszeiten gegenüber unseren Kunden. All diese Umstellungen machen die Arbeit in der Logistik für Mitarbeitende attraktiv, was uns nicht zuletzt bei der Suche von Fachkräften zugutekommt.

Was wird in der Logistik der Zukunft wichtig sein?
Klar, Nachhaltigkeit wird ein immer wichtiger werdendes Thema. Mit den nachhaltigen Verpackungsmaterialien, dem gelebten Recycling, den digitalen Prozessen und den kurzen Transportwegen sowie unserer Mitgliedschaft bei Galliker Green Logistics sind wir diesbezüglich gut aufgestellt. Zudem arbeiten wir in einem hochmodernen Gebäude mit eigener PV-Anlage. Natürlich haben wir auch noch Optimierungspotenzial; wir möchten künftig bei der Abwicklung von Kundenaufträgen ganz vom Papier wegkommen. Dies bedingt aber eine komplett digitale Abwicklung der Prozesse intern sowie auch bei unseren Kunden.

Just-in-Time Lieferungen sind kundenseitig vermehrt ein Bedürfnis. Nach Möglichkeiten liefern wir heute schon Material direkt auf die Baustelle zur vereinbarten Uhrzeit. Von den national und international länger werdenden Lieferfristen sind jedoch auch wir betroffen. Somit wird die Just-in-Time Lieferung zunehmend zur Herausforderung. Das versuchen wir, wenn immer möglich, mit Lieferanten und Partnern abzufedern.

Das Telefon von Christoph klingelt erneut, sein Blick verrät: er muss weiter. Deshalb sagen wir: «Vielen Dank fürs Gespräch und weiterhin viel Erfolg in der Rolle als Leiter Logistik!»