Successstory Kantonsspital Graubünden - KSGR

Erfolgreiche FTTO-Infrastruktur im Spitalumfeld:
Kantonsspital Graubünden setzt auf Connect Com

Kantonsspital Graubünden KSGR

Ausgangslage & Herausforderungen

Das Verkabelungskonzept FTTO (Fiber-to-the-Office) ist im europäischen Spitalumfeld fest etabliert und gewinnt nun auch in der Schweiz zunehmend an Relevanz. Das Kantonsspital Graubünden (KSGR) verfolgte das Ziel einer zukunftssicheren Netzwerkinfrastruktur. Dabei mussten Anforderungen an den Brandschutz und den Platzbedarf für Netzwerkracks ebenso berücksichtigt werden wie die begrenzten Ethernet-Übertragungsdistanzen und die steigenden Anforderungen an die PoE-Versorgung der Endgeräte.

Die begrenzte Verfügbarkeit von Räumen für zusätzliche Netzwerkracks stellte eine zentrale Herausforderung dar. Gleichzeitig werden immer mehr Geräte und Systeme über Ethernet erschlossen und direkt über Power over Ethernet (PoE) versorgt, wodurch die Anforderungen an die Netzwerkinfrastruktur kontinuierlich steigen. Würden weitere Kupferkabelstränge verlegt, müsste auch der Brandschutz komplett neu beurteilt und allenfalls bauliche Massnahmen wie der Einbau einer Brandschutzdecke ergriffen werden.

Der Lösungsansatz: Dezentrale Switches via FTTO

Das Kantonsspital Graubünden entwickelte das Konzept einer dezentralen Netzwerkinfrastruktur und evaluierte dieses gemeinsam mit mehreren Anbietern. Dabei kristallisierte sich die dezentrale Platzierung der Switches in der Peripherie direkt vor den Patientenzimmern als optimale Lösung heraus. Da jedoch die Leitungslängen für eine klassische Kupferverkabelung zu lang waren, entschied sich der Kunde für das FTTO-Konzept mittels des FibreFlow-Systems.

Diese «Air Blown Fiber»-Technologie basiert auf Mikrorohren mit den Dimensionen 5/3,5 mm. In diese Rohre wird mit Druckluft eine sogenannte Fibre Unit eingeblasen. Diese enthält typischerweise vier Fasern, wird durch eine thermoplastische Schicht geschützt und ist lediglich 1,6 mm im Durchmesser. Dies ermöglicht effiziente Einblasdistanzen von über 1000 m – selbst über mehrere Stockwerke hinweg.

Massgeschneiderte Hardware & Projektabwicklung

Nachdem das FTTO-Konzept feststand, ging es um die konkrete Umsetzung auf den Etagen. Für die Bereitstellung der Gehäuse wurden mehrere potenzielle Lieferanten angefragt. Connect Com konnte das KSGR hierbei nicht nur als Konzeptgeber, sondern auch mit einer massgeschneiderten Hardware-Sonderanfertigung sowie einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis vollständig überzeugen und erhielt den Zuschlag. Die Kommunikation seitens Connect Com war durchgehend stimmig, und es wurde exakt geliefert, was versprochen war.

Das Resultat ist ein spezialisiertes 19"-Wandgehäuse, ausgestattet mit einer abgesicherten Stromsteckdose sowie einem Hybridpanel für die Kupferanschlüsse der Patientenzimmer und die Glasfaserzuleitung des Switches. Das Gehäuse ist optimal auf die Wärmeabfuhr des Switches ausgelegt, formschön in der jeweiligen Wandfarbe lackiert, mit dem Kundenlogo versehen und durch einen kundenspezifischen Schliesszylinder vor unbefugtem Zugriff geschützt.

Vorteile der AP-Gehäuse vor den Patientenzimmern

  • Direkte Erschliessung vor Ort: Sämtliche Ethernet-/UKV-Anschlüsse können direkt vom Gehäuse aus erschlossen werden. Zusätzliche Leitungswege bis zu einem zentralen Rack entfallen.
  • Hohe Flexibilität: Erweiterungen, Anpassungen oder Umnutzungen können direkt am Gehäuse vorgenommen werden, ohne Eingriffe in die zentrale Rack-Infrastruktur.
  • Einfache Nachinstallation: Neue Netzwerkanschlüsse können mit geringem Aufwand nachgerüstet werden, da der Switch unmittelbar beim Erschliessungsbereich installiert ist.
  • Kein Betreten von Patientenzimmern erforderlich: Service-, Wartungs- oder Erweiterungsarbeiten können ausserhalb der Patientenzimmer durchgeführt werden. Dadurch werden Patienten und der Klinikbetrieb nicht gestört.
  • Kurze und eindeutige Erschliessungswege: Die Verkabelung ist lokal gebündelt, was den Installations- und Wartungsaufwand reduziert sowie die Übersichtlichkeit verbessert.
  • Unabhängig von der Zimmerinfrastruktur: Für die Platzierung des Switches sind weder ein Brüstungskanal noch andere Installationssysteme im Patientenzimmer erforderlich.
  • Selektive Absicherung: Jeder Switch wird über eine lokal installierte und separat abgesicherte T23-Steckdose versorgt. Im Fehlerfall löst ausschliesslich die Sicherung des betroffenen Patientenzimmers aus.

Fazit & Ausblick

Dieses Projekt zeigt eindrücklich, wie dynamisch sich Spitäler wie das KSGR entwickeln. Was vor 10 bis 15 Jahren geplant wurde, erfüllt die heutigen und zukünftigen Anforderungen oft nicht mehr. Flexibilität ist der absolute Schlüssel für die Gebäudeverkabelung der Zukunft.

«Das neu gewählte Konzept ist der neue Standard im Kantonsspital. Die bisherigen Erfahrungen bei der Installation sowie im Betrieb haben gezeigt: Wir bauen keine klassischen Etagenverteiler mehr. Stattdessen setzen wir die Switches dezentral in die Peripherie – was in diesem Fall aus Gründen der Zugänglichkeit im Gang vor den Patientenzimmern bedeutet.»

Die wichtigsten Vorteile von FTTO im Überblick

  • Lösung von Platzengpässen: Keine Überlastung von Etagenverteilerräumen und Kabeltrassen mehr.
  • Maximale Reichweite: Aufhebung der klassischen 90-Meter-Längenbeschränkung von Kupferkabeln.
  • Geringe Brandlast: Deutlich weniger Kabelvolumen im Gebäude minimiert das Brandrisiko.
  • Investitions- und Zukunftssicherheit: Problemlose Skalierbarkeit für zukünftige, höhere Bandbreiten.
  • Redundanz: Erhöhte Ausfallsicherheit bis auf die direkte Benutzerebene.
  • EMV-Immunität: Glasfasern sind absolut unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störeinflüssen.
  • Kein Spannungsabfall: Signalstabilität selbst über sehr weite Distanzen.
  • Kosteneffizienz: Signifikante Einsparungen bei den Betriebskosten (OpEx) sowie den initialen Investitionsausgaben (CapEx).

Donnerstag, 27.08.2026

 

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